„Eismaschine“… Beton wird PC

Im Frühjahr 2016 war ich auf der Suche nach etwas völlig Neuem im PC- Mod- Bereich: im Nachforschen fand ich schnell heraus, das so ziemlich alle Stile und Materialien bereits Teil der Gegenwart waren- ausser Beton. Da ich damit beruflich schon etwas zu tun hatte, wusste ich grundsätzlich, worauf ich mich einlasse.
Zuallererst wollte ich einen Rechner bauen, dessen Teile gut zugänglich und sichtbar sind-und ich wollte eine Kombination mit Holz.

Ich habe mir das nötige Wissen erarbeitet, die physikalischen Probleme meines Entwurfs zu verstehen, und sie zu lösen- Ich wusste, ich brauche ein Stahlskelett, um die Zugkräfte, die das Gehäuse, das ich an den Sockel hängen wollte, verursacht, auffängt. Nachdem ich alle Details und das Konzept sowohl von Hand als auch am PC gezeichnet und gestaltet hatte, entschied ich mich, die letzte äußere Erscheinung dann „live“ auf dem fertigen Gerüst zu bilden, um erstmal die Wirkung des Ganzen zu erleben. Nach meinem Entwurf habe ich dann das Stahlskelett von einem Bekannten professionell schweißen lassen, in der Annahme, ausreichend Stabilität geplant zu haben. Da der Gehäusedeckel mit einem Vollauszug nach rechts ganz aufgezogen werden sollte, entschied ich mich für eine Kabelkette, um Lüfter und Beleuchtung auch laufend herausziehen zu können. Beim „Zuwerfen“ allerdings zeigte sich zuviel Erschütterungsstress, und mir war klar, ich muss das Skelett noch deutlich verstärken. Also lernte ich kurzerhand Schweissen, so gut es ging, kaufte mir einen Elektrodenschweissgerät, und habe mit Armierungsgitter und Stahl das Skelett verstärkt und käfigartig versteift.
Die Möglichkeiten des Betongusses geniessend, positionierte ich bereits jetzt z. B. Langmuttern, die später die Kühlungssteuerungsplatine aufnehmen würden. Schliesslich bereitete ich die spätere Zerlegbarkeit des Betonsockels in zwei Teile vor. Jetzt fing ich an, die Gussformen zu bauen, aus Schalbrettern, Holzleisten für die gefasten Kanten, Styrodur als Innenraumplatzhalter und HPL, die Türen- oder Tischbeschichtung, für die glatte Oberfläche. Beide Formen- inklusive Guss- für den Sockel und den Arm, haben jeweils zwei volle Wochen Arbeit gebraucht. Ich habe das Betonrezept aus verschiedenen Quellen selbst erarbeitet, und ausprobiert, bis ich zufrieden war- durch Faserzuschlag und Fliessmittel kann vielleicht schon fast von Hochleistungsbeton die Rede sein, das will ich mir aber nicht anmaßen. Die dünnste Flussbreite, und gleichzeitig auch die Wandstärke beträgt 3,5 cm-mit mittiger Armierung- fachlich nicht anerkannt- aber glücklicherweise doch erfolgreich- trotzdem war das Giessen ziemlich spannend. Beim Ausschalen stellte ich nach dem ersten Guss fest, dass die gefasten Kanten von den lackierten Leisten beschädigt waren- da das Schalöl hier mit dm Lack reagiert hat- dies war der einzige Punkt, der im ganzen Projekt daneben gegangen ist, und sich, da Beton fair ist- mit etwas Spachtel- und Schleifarbeit beheben ließ. Nach Feinschliff auf 400er Korn habe ich den Beton mit Möbelwachs eingelassen, um Fingerabdrücke und „Wasserschäden“ durch die Kühlung auszuschliessen.

Mit dem fertigen Traggerüst konnte ich jetzt den eigentlichen Rechner auf dem Ausleger montieren, und wie zuvor gesagt, das Aussengehäuse gestalten. Als Holz habe ich Ahorn verwendet, das ebenfalls gewachst ist. Die Verkabelung und das Einsetzen aller Teile war sehr angenehm, da natürlich aufgrund der Größe und der Ausrichtung nach den Dimensionen der einzelnen Bauteile keinerlei Mangel bestand….

Ich bin ehrlich stolz, was aus vier Eimern Beton, Stahl, Holz, Aluminium, Acryl und Glas geworden ist- Eismaschine heißt der Rechner wegen der Wasserkühlungsproduktserie, die ich verbauen durfte- zum ersten Mal voll gesponsert- als drittes Projekt überhaupt. Die Eismaschine- als Scratchbuild- hat mir den Beton als wertvollen Baustoff für den PC Bau nahe gebracht- und ich werde damit weiter arbeiten- das ist jetzt schon klar :) . Sollte jemand Fragen haben, oder tatsächlich auch mit Beton modden wollen- Ich gebe gerne alle Auskünfte, die ich geben kann. Mod on! :)

Eismaschine specs:

I7 6700K
32 Gb G.SKILL Trident Z DDR 4 3400
Asus Z170 Deluxe
Samsung V-Nand SSD 950 M.2 500GB
Cooler Master V850 PSU
Sapphire Vapor-X R9 290X 8GB
AC aquaero 5 incl. Wasserkühlblock
AC Highflow Durchflussmesser
Cooler Master Silencio 120 PWM Gehäuselüfter

Alphacool Produkte:

XPX Eisblock CPU Kühler
GPX-A 290 M08 GPU Kommplettkühler
M.2 Passivkühler
4x D-Ram Kühler incl. 4 Riegelhüllen
Eisdecke incl. Reservoir
Eisbrecher Radiator 360×60 im Gehäuse
Monsta Radiator 360×88 mit 6x Sussuro Lüfter 120
2 Eispumpe VPP 755
Eislicht weiss
Acryl Pump Top im Basement
Eisflügel Durchflussanzeiger

Alle Anschlüsse verchromt, Serie Eiszapfen oder HT von Alphacool…..

…und wegen Alphacools Produkten aus der“Eisfamilie“-Serie, die ich hier verbauen durfte, habe ich den Projektnamen „Eismaschine“ gewählt.

Vielen Dank für dieses geniale Video an Gadget Joe!

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